Stani. Weißt du, Onkel Kari, ich bin ja so gerecht; eine Frau kann hundertmal das Äußerste an gutem Willen für mich gehabt haben — ich geb' ihr, was sie hat, und ich sehe unerbittlich, was sie nicht hat. Du verstehst mich: Ich denk' über alles nach, und mach' mir immer zwei Kategorien. Also die Frauen teile ich in zwei große Kategorien: die Geliebte und die Frau, die man heiratet. Die Antoinette gehört in die erste Kategorie, sie kann hundertmal die Frau vom Adolf Hechingen sein, für mich ist sie keine Frau, sondern — das andere.

Hans Karl. Das ist ihr Genre, natürlich. Wenn man die Menschen so einteilen will.

Stani. Absolut. Darum ist es, in Parenthese, die größte Dummheit, sie mit ihrem Mann versöhnen zu wollen.

Hans Karl. Wenn er aber doch einmal ihr Mann ist? Verzeih', das ist vielleicht ein sehr spießbürgerlicher Gedanke.

Stani. Weißt du, verzeih' mir, ich mache mir meine Kategorien, und da bin ich dann absolut darin, ebenso über die Galanterie, ebenso über die Ehe. Die Ehe ist kein Experiment. Sie ist das Resultat eines richtigen Entschlusses.

Hans Karl. Von dem du natürlich weit entfernt bist.

Stani. Aber gar nicht. Augenblicklich bereit, ihn zu fassen.

Hans Karl. Im jetzigen Moment?

Stani. Ich finde mich außerordentlich geeignet, eine Frau glücklich zu machen, aber bitte, sag' das der Mamu nicht, ich will mir in allen Dingen meine volle Freiheit bewahren. Darin bin ich ja haarklein wie du. Ich vertrage nicht, daß man mich beengt.

Hans Karl (raucht).