Neuhoff. Ich denke mir die Gesellschaft, die ein Wesen wie Helene Altenwyl umgeben müßte, aus Männern Ihrer Art bestehend. Jede Kultur hat ihre Blüten: Gehalt ohne Prätention, Vornehmheit gemildert durch eine unendliche Grazie, so ist die Blüte dieser alten Gesellschaft beschaffen, der es gelungen ist, was die Ruinen von Luxor und die Wälder des Kaukasus nicht vermochten, einen Unstäten, wie mich, in ihrem Bannkreis festzuhalten. Aber, erklären Sie mir eins, Graf Bühl. Gerade die Männer Ihres Schlages, von denen die Gesellschaft ihr eigentliches Gepräge empfängt, begegnet man allzu selten in ihr. Sie scheinen ihr auszuweichen.

Stani. Aber gar nicht, Sie werden den Onkel Kari gleich heute abend bei Altenwyls sehen, und ich fürchte sogar, so gemütlich dieser kleine Plausch hier ist, so müssen wir ihm bald Gelegenheit geben, sich umzuziehen. (Er ist aufgestanden.)

Neuhoff. Müssen wir das, so sage ich Ihnen für jetzt adieu, Graf Bühl. Wenn Sie jemals, sei es in welcher Lage immer, eines fahrenden Ritters bedürfen sollten (schon im Gehen), der dort, wo er das Edle, das Hohe ahnt, ihm unbedingt und ehrfürchtig zu dienen gewillt ist, so rufen Sie mich.

Hans Karl (dahinter Stani, begleiten ihn. Wie sie an der Tür sind, klingelt das Telephon.)

Neuhoff. Bitte, bleiben Sie, der Apparat begehrt nach Ihnen.

Stani. Darf ich Sie bis an die Stiege begleiten?

Hans Karl (an der Tür). Ich danke Ihnen sehr für Ihren guten Besuch, Baron Neuhoff.

Neuhoff (und Stani ab).

Hans Karl (allein mit dem heftig klingelnden Apparat, geht an die Wand und drückt an den Zimmertelegraph, rufend): Lukas, abstellen! Ich mag diese indiskrete Maschine nicht! Lukas! (Das Klingeln hört auf.)

Dreizehnte Szene