Edine. Aber sie kann doch nichts dafür, wenn sie dich hat mit die nackten Füß' über die Stiegen 'runterlaufen gehört, und gesehen mit offene Haar im Mondschein mit ihm spazieren gehen. — Du hast eben die ganze G'schicht' von Anfang an viel zu terre à terre angepackt. Die Männer sind ja natürlich sehr terre à terre, aber deswegen muß eben von unserer Seiten etwas Höheres hineingebracht werden. Ein Mann wie der Kari Bühl aber ist sein Leben lang keiner Person begegnet, die ein bißl einen Idealismus in ihn hineingebracht hätte. Und darum ist er selbst nicht imstand', in eine Liebschaft was Höheres hineinzubringen, und so geht das vice versa. Wenn du mich in der ersten Zeit ein bißl um Rat gefragt hättest, wenn du dir hättest ein paar Direktiven geben lassen, ein paar Bücher empfehlen lassen — so wärst du heut seine Frau!
Antoinette. Geh, ich bitt' dich, Edine, agacier' mich nicht.
Siebente Szene
Huberta (erscheint in der Tür). Also: der Kari kommt. Er sucht dich.
Antoinette. Jesus Maria! (Sie sind alle aufgestanden.)
Nanni (die rechts hinausgeschaut hat). Da kommt die Helen aus dem andern Salon.
Antoinette. Mein Gott, gerade in dem Moment, auf den alles ankommt, muß sie daher kommen und mir alles verderben. So tut's doch was dagegen. So geht's ihr doch entgegen. So halt's sie doch weg, vom Zimmer da!
Huberta. Bewahr' doch ein bißl deine Contenance.
Nanni. Wir gehen einfach unauffällig dort hinüber.