Wohl, wohl. Gott nehm deiner Seelen wahr.
JEDERMANN:
Leb wohl, mein Freund, um dich wird mir mein Herz arg schwer,
Leb immer wohl, dich seh ich nun auch nimmermehr.
GESELL:
Leb wohl, auch Jedermann, leb wohl am End, gib mir die Hand,
Ja, Scheiden tut recht weh, das hab ich jetzt erkannt.
(Er geht.)
JEDERMANN:
O weh, wohin soll ich nun um Hilf in der Welt.
War mein Gesell, solang ich fröhlich war
Nun trägt er wenig Leid um mich ganz unverstellt.
Hab eh und immer was reden hören
Das ging mir aber gar nit nah
Bis heute, da mir das geschah.
Es hieß: So lang einer im Glück ist
Der hat Freunde die Menge,
Doch wenn ihm das Glück den Rücken kehrt,
Dann verläuft sich das Gedränge.
O weh, so siehet das nun aus
Schnürt mir die Kehl vor Angst und Graus.
(Er wird die Vettern gewahr, die noch beiseite stehen, und sein Gesicht hellt sich auf.)
Da stehen meine Blutsfreunde ja,
Vielliebe Vettern bleibt mir nah.
Ihr seid wahrhaftig recht am Ort,
Weiß auf der Welt kein schöner Wort
Als dieses: Art läßt nicht von Art,
Das wird von Euch heut recht gewahrt,
Da ihr in dieser schweren Stund
Mein Beiständ seid mit Hand und Mund.