Wien 1882.
Verlag von E. Czaki.
IX., Maximilianplatz 3.
Widmung.
Als vor kaum einem Jahre edle, für das Allgemeinwohl thätige Männer und Frauen daran gingen, in Wien die erste Wärmestube zu eröffnen, da ahnte der größte Theil des Publicums noch nicht, wie sehr vielen Tausenden diese That reiner Menschenliebe in Stunden der Noth zu Gute kommen sollte. Wir sahen sie seitdem schaarenweise, zitternd und frierend, entkräftet und arbeitsunfähig die Locale aufsuchen, in denen sie die erstarrten Glieder beleben, sich an einem warmen Getränk laben konnten. — Hunger und Kälte sind gar schlimme Bundesgenossen, die manchen sonst thätigen, rechtlich denkenden Mann, dem das Dasein ehedem lieb war, zu dem verzweifelten Entschluß brachten, diesem Leben ein Ende zu machen.
Wer kann sich, wenn ihm nicht Gelegenheit wird, das Elend der unteren, arbeitslosen Volksmassen kennen zu lernen, einen Begriff von jenen Zuständen machen, die leider Gottes allda existiren?
Die Noth trifft Diejenigen am schlimmsten, die gerne arbeiten wollen und kaum Erwerb finden. Betteln können sie nicht gehen, frieren und hungern mögen sie auch nicht. Wohin sollen sie in der Verzweiflung ihre Schritte lenken?
Siehe, da öffnet sich ihnen, den Armen, die sich schon von Gott und aller Welt verlassen wähnen, gastlich eine Pforte; sie treten ein, belebende Wärme dringt ihnen entgegen, gütige, wohlwollende Menschen heißen sie willkommen, laben und stärken sie, geben ihnen Vertrauen und Hoffnungsfreudigkeit wieder.
Diese Idee, sich der Armen, der Hungernden und Frierenden anzunehmen, ihnen ein Heim zu gründen, in dem sie, wenn auch nur zeitweise, ihr Elend vergessen, ist der Unterstützung aller Gutgesinnten werth.