Da lag, im feinen, hellen Licht der Frühe, bleich ein Haupt auf weißen Kissen ... Und da lag ein Bündel, auch weiß, und aus ihm sah ein dunkles Fellchen hervor, ein ganz kleines Stück nur ...
Leupold schob ihn an das Bett. –
Aus dem bleichen Gesicht auf dem Kissen leuchteten dunkle Augen in heißem Glanz höchsten Glücks ... und die geraden, strengen Brauen waren ein wenig zusammengerückt – als seien die Nerven nach dem Krampf der Schmerzen noch nicht ganz gelöst ...
Und die junge Frau hob mit schwachem Arm ein wenig das Bündel – und nun sah man: das Fellchen war dunkles Haar.
»Der kleine Severin Lohmann,« sagte sie.
Und ihre Stimme bebte vor Seligkeit ...
Er schluchzte auf. – Dem alten Mann, der stark geblieben war in jedem Kampf und in jeder Not, zerbrach die Fassung.
Und das kleine, dunkle Fellchen in den Kissen des Bündels war ihm der wunderbarste Anblick, den das Leben ihm gegönnt ...
Die große Männerhand streckte sich aus – tastete scheu nach diesem Köpfchen, von dem man so wenig sah. Und zog sich erschreckt zurück, als habe sie Heiligstes berührt – so überfein und unfaßlich zart war das, was seine Fingerspitzen verspürten.
Dann umgriff er der jungen Mutter Hand, hob sie zu sich heran – er mußte sich mühsam vorneigen, um sie mit seinen Lippen zu erreichen ... Und er küßte sie – immer wieder – von Dankgefühl übermannt – wortlos. –