Er hatte einen großen Spaß und sah im Geist das dunkle Stück Fell in den Kissen.
So trennten sich Herr und Diener mit einem glücklichen, humorvollen Lächeln. –
Am zwanzigsten kam Wynfried von Köln zurück. Einige Minuten nach sechs Uhr abends traf der Zug in Lübeck ein; das Auto war am Bahnhof; um sieben raste es auf das Hüttenwerk zu und hielt vor dem Herrenhause.
Klara hörte den Ruf der Hupe – hohl und dunkel.
Sie wartete sehr auf ihren Mann. In einer Art von Neugier – in Angst – in Enttäuschung. – Niemals hätte sie genau sagen können, in was für Empfindungen. Bald sprach die eine stark und bald die andere.
Von der Mutterschaft hatte sie eine ganze Umwandlung ihres seelischen Daseins erwartet.
»Über gar nichts im menschlichen Leben werden so viel überspannte, hochgeschraubte Phrasen geschrieben wie über das Wunder der Mutterschaft,« dachte Klara. »Das tun wohl Männer, die sich nur konstruieren können, was wir innerlich erleben – und Frauen tun es, die selber niemals ein Kind hatten.«
Sie war ganz dieselbe geblieben, die sie vorher gewesen. Nur eine verzehrende unendliche Liebe zu dem winzigen Geschöpfchen war in ihrem Herzen und erweiterte es gleichsam – als sei ihm ein Stück hinzugewachsen ...
Sonst hatte sich nichts verändert ...
Und sie war so getragen gewesen von dem Glauben, daß das Kind in ihr eine heiße Dankbarkeit für den Vater, eine neue, nun wirklich leidenschaftliche Neigung zu dem Vater mitbringen werde – wie ein Geschenk aus den dunklen Untergründen des Daseins.