Seine Mutter fiel ihm ein. Die sagte manchmal scherzend – er wußte jetzt, zurückhorchend in seine Jugend, daß in ihrem Ton Haß mitgeschwungen – sie sagte scherzend: »Er fabriziert phosphorfreies Roheisen – davon ist seinem Wesen was angeflogen.« Und seltsam hörte er zugleich wieder dies düstere: »Was weißt du von mir?« Es schien, als wolle ihn dies Wort verfolgen.
Er sah seinen Vater an und begegnete einem großen, durchdringenden Blick, der unter den buschigen Brauen her aus diesen gewaltigen Augen kam – als Kind hatte er sich vor den Augen gefürchtet ...
Ihm war, als säße er armselig, nackend da. Ein Nichts vor diesem Überragenden.
Ein nervöses Frösteln lief ihm über die Haut. War das wieder die Furcht wie in Kindertagen? Nein, ein neues, unerklärliches Gefühl – wie ein leise aufzuckendes Elend – darüber, daß er ein Nichts sei – sich jäh als solches fühlte – zum erstenmal.
Er biß sich auf die Lippen ... Ein langes Schweigen stand zwischen Vater und Sohn.
Endlich besann sich Wynfried, daß er etwas sagen müsse.
»Ich danke dir für deine Großmut.«
»Hast du dir Pläne für dein nächstes Leben gemacht?« fragte der Geheimrat.
Wynfried hatte eigentlich nichts Deutliches gedacht. Vielleicht eine Reise um die Welt. Oder einen größeren Jagdausflug nach Südamerika. Oder ein stumpfes Vegetieren in einer Einsiedelei, irgendwo an der englischen Küste ... Aber er mochte nichts davon aussprechen.
»Nein!«