Inzwischen hatten die Kämpfe in Fräulein von Gerwalds Brust zu einer Entscheidung gedrängt. Ihre Phantasie sah immer das leckere, von roter, steinharter Schale umpanzerte Hummerfleisch – und diese Zwangsvorstellung entschied.

Sie kam herbei, ein wenig schwankend und balancierend auf der schrägen Ebene des Decks der gerade sehr nach Backbord überliegenden Jacht.

»Es ist schon Abend!« sagte sie in dem erstauntesten Ton von der Welt, als falle ihr diese alltäglich wiederkehrende Tatsache zum ersten Male in ihrem Leben auf.

Agathe erwachte ...

»O – wann kommen wir heim? ...« rief sie geängstigt.

»Wann wir wollen!« beruhigte Wynfried; »ich habe zu Haus darauf vorbereitet, daß es spät in der Nacht werden kann ...«

»Liebste Baronin, Sie müßten aber jetzt etwas genießen,« ermahnte die Gerwald.

Man ging hinab. Vorher sprach Wynfried noch mit dem Schiffer. Der Wind flaute ab, blieb aber Nordnordost und verhieß glatte, wenngleich langsame Rückfahrt.

Dann aß man in einer unbegreiflich übermütigen Stimmung. Roter, schäumender Romané füllte die Glasbecher. Das rosig verhüllte Licht gab eine Traumbeleuchtung. Aus vier Birnen kam es, die an den getäfelten Wänden, zwischen den Wandschränkchen, angebracht waren. Die Hummerschüssel stand auf Eis, und alle drei Tischgenossen griffen tüchtig zu.

Fräulein von Gerwald hob einmal ihr Glas mit dem prickelnden Burgunder gegen das von Wynfried. – Sogleich rief Agathe: »Wir wollen auf Klaras Wohl trinken!«