Der Torwächter gebot diesen Frauen ein Halt. – Aber wie durfte er es der Tochter und Gattin der Herren zurufen?

Klara stürzte vorwärts – sie die einzige Frau unter den Scharen von Männern.

Nun sah sie – da am ersten Hochofen sah sie es – in kurzen Sekunden, wenn der weiße Dampf zischend höher trieb. – Ergoß sich ein Lavastrom aus dem Bauche des Hochofens? Wo kam diese weißglühende, feurige Masse her, die alles Wasser, das gleich einem gläsernen, rinnenden Mantel die Burg der schmelzenden Erze umgab, zum Verdampfen brachte?

Das flüssige Eisen und die kochende Schlacke hatten ihren Panzer durchfressen.

Und indem sie sich, ihren Kerker zersprengend, hinausdrängen wollten, machten sie allen Gasen freie Bahn.

Mit einem Donnerknall war die glühende Luft entwichen, indem sie Steine und Eisen zerbrach – und die Masse geschmolzenen Metalls flutete ihr nach.

Es war ein ungeheuerliches Bild – wie dies Gedärm von fließendem Feuer nun fast ruhevoll herausquoll und sich über den Unterbau, den Herd ergoß.

Und eine unerhörte Aufregung zuckte durch die Menge.

Vor dem Höllenatem der Bruchstelle und ihren Entladungen, vor dem weißkochenden Dampf wich alles weit zurück. – Und doch hieß es eingreifen – größerem Unglück vorbeugen – von all den maschinellen Betrieben des Werkes Störungen abhalten – die vorbeiziehenden Bahnen und Rohre vor der Schmelzglut schützen – die fließende Lava aufhalten. Von der Gießhalle her mußte das Stichloch eingestoßen werden, um den Abfluß auf die sandige schiefe Ebene ihres Bodens zu lenken.

Tapfere Männer, Hände und Arme mit nassen Lappen umwunden, von Schläuchen mit Wasser begossen, drangen mit der Stoßstange vor – berannten das Stichloch – damit sein Tonverschluß zerbreche.