Und es war, als sprächen sie zusammen.
Aus den dunklen Augen strahlte ein Mitleiden voll himmlischer Kraft.
Und diese junge, weiße Stirn war von einem ungeheuren Schmerz gefurcht.
Tief neigte sie sich zu ihm herab – als wolle sie ihre Seele der seinen nahe bringen.
Und ihre Seele wollte der seinen viel sagen.
Aber nicht einmal ihre Gedanken konnten sich zu Worten fassen – in dem Übermaß der durcheinanderflutenden Gefühle tauchten, gleich Bruchstücken, einzelne, deutlichere Empfindungen auf ...
»Ich leide mit dir – sieh – ich hab’ mich niemals über dich erhoben – hab’ nie hochgemut den Reichtum genossen – ich bin ein einfacher Mensch wie du – deine Schwester – verzeih mir – verzeih Gott – verzeih dem Leben – verzeih, daß du leidest – du sollst keine Sorgen haben – sei tapfer – bleib mutig –«
So stammelte ihr Denken. – Und sie hob mit aller Kraft ihre gefalteten Hände zum Arzt empor – ohne Worte flehte, fragte sie: er wird leben?
Und Sylvester verstand diese stumme, glühende Frage.
Er sprach fest: »Ich hoffe.«