»Schade! Ist ja übrigens nicht auf unserer Höhe! Nach Vorgefühlen gehen! Denn was anderes als dies unbestimmte ›Wir mögen ihn nu mal nich‹ können wir doch nich vorbringen. Er ist ein liebenswürdiger Wirt. Er soll sich zum fixen Geschäftsmann entwickeln. Wir sehen ihn nur in ritterlicher Art mit Vater und Frau verkehren. Daß er acht Jahre lang ’n Lebejüngling war – nu – über so was wächst ja Gras – – Und dennoch: nee – ich kann nu mal kein Herz zu ihm fassen – ich trau’ ihm nich – – Er ist mir auch zu schön.«

Marning hätte kaum etwas antworten mögen und können. – Und ihm wurde auch jede Antwort abgeschnitten. – Ein Knall – dunkel und groß – von dem Nachklang krachender Geräusche begleitet, zerriß die Nachtluft in Stücke.

Sie sahen sich an – erschreckt nachhorchend – ein paar Augenblicke.

Was war das? Wo war das gewesen? In der Stuhrschen Fabrik? In welcher anderen der vielen industriellen Anlagen hüben und drüben am Fluß? Oder gar auf »Severin Lohmann«?

Likowski riß die Tür zu seinem nach hinten hinaus gelegenen Schlafzimmer auf und stürzte ans Fenster. Von dort, über das Stalldach hinweg, konnte er das Hochofenwerk sehen. Stand es nicht wie immer, lichtumstrahlt, von beschienenem Gewölk umzogen, als helldunkles Bild wunderbar vor dem schwarzen Nachthimmel?

Nein, nicht wie immer – da stiegen weiße Wolken – kochte Dampf auf.

»Ein Unglück. Rasch, Marning – den zweiten Zug alarmieren – der dritte soll sich bereit halten ...«

Der Ruf: »Vollert – Vollert!« donnerte durch das Haus. Der Bursche polterte aber schon gerade die Holztreppe von seiner Dachkammer herab.

Sie griffen nach ihren Mützen und liefen.

Unten streckte sich ein altes, graues Frauenköpfchen aus der Türspalte, und man sah eine weißbekleidete Schulter.