Sie schwiegen.
Nun waren sie drüben. Sie hatten schon während der Überfahrt gesehen: weder die »Klara« noch das Motorboot lagen an ihren Bojen. Also das junge Paar war von der Segelpartie noch nicht zurück.
»Gottlob!« dachte Stephan. – So brauchte er der Einen nicht zu begegnen, die er mied, wenn er es ohne Aufsehen konnte.
Sie nahmen immer zwei Stufen auf einmal. In den Hainbuchenhecken, die die Treppe begleiteten, raschelte ein wenig Wind. Da, vor ihnen, lag nun das Herrenhaus. Ganz wenig Fenster zeigten sich erhellt. Vorbei – im Laufschritt. – Aber wie denn? Vor dem Gitter, das Park und Vorgarten von der Straße schied, stand der Fahrstuhl. Der alte Herr saß darin – neben ihm stand Leupold Wache.
»Herr Geheimrat!« rief Likowski perplex.
Das mächtige Haupt mit den blitzenden Augen wandte sich um und ihm zu. Er hatte in die Richtung gestarrt, wo der Palisadenzaun um »Severin Lohmann« begann.
»Ja,« sagte er vor Zorn fast heiser, »angebunden. – Und dieser Kerl weigert sich, mich hinzufahren! – Mich zu verlassen! Mir meine Tochter zu holen – und das Schaf – der Georg, der findet sie nicht – –«
Leupold nahm den »Kerl« nicht übel. Er sagte nur kurz: »Wie kann und darf ich Herrn Geheimrat verlassen?«
»Ihre Tochter?« fragte Likowski. »Nicht mitgesegelt?!«
»Sie ist drüben – Georg läuft her und hin und kann sie nicht finden –«