Er war kein Genie im Telephonieren. Er hatte schon die fabelhaftesten Bestellungen und Auskünfte in die Welt hinausgesprochen.

Wie nun sein Oberleutnant stillstand und ihn ansah, verhedderten sich seine Gedanken schon vorweg, und er ahnte Trübes.

Aber in der Tat sah Stephan ihn gar nicht – er hatte diesen vertieften Blick, der in die Dinge sich hineinzubohren scheint, während er sie gar nicht bemerkt.

Plötzlich wußte er, wie er alles einrichten konnte. Mit rascher Hand ließ er den Bleistift über einen Zettel gleiten, und um jedem Irrtum vorzubeugen, mußte Voß den Inhalt laut vorlesen. Er tat es mit seiner nasalen, breiten, niedersächsischen Aussprache. Es berührte Stephan eigen, daß unfreiwillig humoristisch laut durchs Zimmer klang, was für ihn voll geheimer Aufregungen war.

»Leupold ans Telephon fordern. Bestellen: Oberleutnant von Marning lasse vielmals danken. Er werde sich erlauben, um sechs zu kommen. Zum Abendessen könne er nicht bleiben. Es sei dem Herrn Hauptmann ein Unfall zugestoßen und der Oberleutnant wolle den Abend bei ihm verbringen.«

Voß machte kehrt und marschierte zur Tür, als schwenke er in Reih und Glied im Zuge ab.

Lange noch stand Stephan in schwerem Nachdenken. Aber er war doch voll Ruhe.

Er wußte es: sie würde es verstehen, ihn nicht zu treffen, wenn er ihr Haus betrat.

Jede Begegnung wäre quälender Schmerz und eine Verhöhnung des Abschieds, den sie in schweigendem Verstehen voneinander genommen. –

Und dann mit einem Male kam die Frage: Was will der alte Herr mit mir? Wichtiges? Die Unsicherheit regte ihn doch auf.