»Wie sollt’ ich dich wohl belügen wollen! Was ist denn?«

»Sage mir, was war mein Vater für ein Mann? Und an was starb er in so frühen Jahren?«

Wie strenge Klara aussah – die geraden Brauen schoben sich näher zusammen, ihre Augen brannten.

Welche Frage! Mein Gott, hatte sie nicht immer gefürchtet, daß das arme Kind irgendwann einmal den alten Geschichten nachfrage!

Und wenn Klara etwas so durchaus wollte! Die kleine gute Alte hatte wohl eine dumpfe Erkenntnis davon, daß sie dem Mädchen nicht gewachsen war. In Klara war irgend etwas Starkes. Man spürte es selten. Aber dann war man ganz klein davor ...

»Kind, Liebling, frag mich nicht. Ich muß schweigen.«

»Ah –« Klara beugte sich näher zu ihr, förmlich Angst bekam die alte Frau. – So drang schon diese Bewegung auf sie ein ...

»Ah – also es ist etwas zu verschweigen ...«

»Ich habe es doch dem Geheimrat versprochen,« klagte sie. »Wäre das nicht wie ein Hochverrat, wenn man ein Versprechen bräche, das dem Manne gegeben worden war?«

»Er soll es nie erfahren, nie, daß du mir die Wahrheit sagtest. Wenn du sie mir nicht sagst, gehe ich zum Pastor, oder zum Standesamt, von Mann zu Mann, bis ich den finde, der weiß ...« drohte Klara. Sie war nun völlig außer sich.