Und ohne die Antwort abzuwarten, tritt der Rebbe ins Haus.


Der Litwak schleicht ihm nach und sieht im fahlen Morgenlichte eine ärmliche Stube, zerbrochenes Hausgerät … Im Bette liegt eine kranke Jüdin, in Lumpen gehüllt, und sie spricht mit erbitterter Stimme:

»Kaufen? Womit soll ichs kaufen? Wo soll ich arme Witwe Geld hernehmen?«

»Ich will es dir borgen!« antwortet der falsche Wassil. »Es sind im ganzen sechs Groschen!«

»Wie soll ich sie dir bezahlen?« stöhnt die arme Jüdin.

»Törichte Frau!« spricht der Rebbe vorwurfsvoll. »Sieh: du bist arm und krank, und ich traue dir das bißchen Holz: ich vertraue dir, daß du es mir bezahlen wirst. Und du hast einen so großen, so starken Gott und vertraust ihm nicht … Du traust ihm nicht einmal die dummen sechs Groschen für eine Tracht Holz!«

»Und wer wird einheizen?« stöhnt die Witwe. »Habe ich denn die Kraft aufzustehen? Mein Sohn ist schon fort auf die Arbeit.«

»Ich will auch einheizen,« sagt der Rebbe.