»Wie frisch und duftig waren doch die Rosen ...«

Immer dunkler und dunkler wirds im Zimmer ... Das herabgebrannte Licht knistert, flüchtige Schatten schwanken an der niedrigen Decke, draußen heult und knirscht der Frost um die Mauer – und mir ist, als vernähme ich grämliches, greisenhaftes Geflüster ...

»Wie frisch und duftig waren doch die Rosen ...«

Andere Bilder steigen vor mir auf ... Ich höre den fröhlichen Lärm ländlichen Familienlebens. Zwei Blondköpfchen, eins an das andere geschmiegt, schauen mich mit ihren hellen Äuglein munter an, die frischroten Wangen zittern in verhaltenem Lachen, die Hände haben sich innig verschlungen, klare, jugendliche Stimmen schallen lebhaft durcheinander; und weiter drinnen, im Hintergrunde des traulichen Zimmers, gleiten andere, ebenso jugendliche Hände mit behenden Fingern über die Tasten eines altväterischen Pianinos, und der Lannersche Walzer vermag das Summen des patriarchalischen Samowars nicht zu übertönen ...

»Wie frisch und duftig waren doch die Rosen ...«

Das Licht wird trübe und verlischt ... Wer hustet da so heiser und matt? Zu meinen Füßen liegt, fest zusammengekauert, in unruhigem Schlafe mein alter Hund, mein einziger Gefährte ... Mich friert ... Eisig durchbebt es mich ... und sie alle starben ... starben dahin ...

»Wie frisch und duftig waren doch die Rosen ...«

Eine Seefahrt

Ich fuhr auf einem kleinen Dampfer von Hamburg nach London. Wir waren unser zwei Passagiere: ich und ein kleiner Affe, ein Weibchen von der Gattung der Seidenaffen, welches ein Hamburger Kaufmann seinem englischen Geschäftsfreunde als Geschenk sandte.

Das Tierchen war mit einer dünnen Kette an eine Bank auf dem Deck angebunden, zerrte daran und piepte kläglich wie ein Vogel.