»Warten Sie, warum so eilen … Ich habe Ihnen noch ein Wort zu sagen.«
»Welches Wort?«
»Warten Sie,« wiederholte Frau Odinzoff halblaut, und ihre Augen ruhten auf Bazaroff. Sie schien ihn aufmerksam zu prüfen.
Bazaroff machte einige Schritte durchs Zimmer, dann näherte er sich plötzlich Frau Odinzoff, sagte rauh zu ihr: »Adieu!« und verließ das Zimmer, indem er ihr die Hand drückte, daß sie fast geschrien hätte. Sie führte ihre noch aneinandergepreßten Finger zum Munde und blies darauf; dann erhob sie sich plötzlich und ging rasch nach der Türe, als ob sie Bazaroff zurückrufen wollte. Eine Kammerfrau trat mit einer Flasche auf silberner Platte ins Zimmer. Frau Odinzoff blieb stehen, hieß sie gehen, warf sich wieder in den Sessel und versank von neuem in Nachdenken. Eine Flechte ihres Haares löste sich und rollte sich wie eine schwarze Schlange über ihre Schulter.
Die Lampe brannte noch lange im Salon, und Frau Odinzoff blieb immer unbeweglich; zuweilen nur fuhr sie über die nackten Arme, da sie die frische Nachtluft zu fühlen begann.
Fast zwei Stunden später kam Bazaroff auf sein Zimmer, mit wildem Blick, die Haare in Unordnung, die Stiefel feucht vom Tau. Arkad saß noch an seinem Tische, ein Buch in der Hand und den Rock bis ans Kinn zugeknöpft.
»Du schläfst noch nicht?« fragte Bazaroff fast ärgerlich.
»Du bist diesen Abend sehr lange bei Frau Odinzoff geblieben,« antwortete Arkad, ohne auf die Frage zu antworten.
»Ja, ich bin so lange geblieben, als du mit Katharina Sergejewna Klavier gespielt hast.«