»Entschuldigen Sie, Eugen Wassilitsch,« sagte Frau Odinzoff und streckte die Hand aus; »ich habe Sie nicht hierher eingeladen, um über Handbücher zu reden. Ich möchte unsere Unterredung wieder aufnehmen. Sie haben mich so rasch verlassen … es wird Ihnen doch nicht langweilig sein?«

»Ich stehe zu Dienst … aber wovon sprachen wir doch gestern abend?«

Frau Odinzoff sah Bazaroff ein wenig von unten herauf an.

»Ich glaube,« sagte sie, »wir sprachen vom Glück. Ich unterhielt Sie von mir. Aber weil ich eben das Wort Glück gebraucht habe, muß ich Ihnen eine Frage vorlegen. Warum, selbst wenn wir z. B. den Genuß einer Musik, eines schönen Abends, einer Unterhaltung mit irgend jemand, der uns sympathisch ist, gehabt haben, warum scheint uns dieser Genuß vielmehr eine Andeutung irgendeines unbekannten Glücks, das sich irgendwo findet, als ein wirkliches Glück, ein Glück, das wir selber genießen? Antworten Sie mir … aber möglicherweise haben Sie ein ähnliches Gefühl noch gar nicht gehabt.«

»Sie kennen das Sprichwort: ›Uns ist es nur da wohl, wo wir nicht sind‹,« antwortete Bazaroff; »übrigens haben Sie mir gestern selbst gesagt, daß Sie sich unbefriedigt fühlen. Auch ist es sehr wahr, daß mir dergleichen Gedanken nie in den Sinn kommen.«

»Sie erscheinen Ihnen vielleicht lächerlich?«

»Das nicht, aber sie sind mir nie in den Kopf gekommen.«

»Wirklich? ich möchte wohl wissen, an was Sie denken?«

»Wieso? ich verstehe Sie nicht.«