Der Wein, der Wein, das Spiel, die Schönen,
Sie lieb, sie lieb, sie lieb ich nur allein.
»Welche Lebenskraft!« sagte Bazaroff, während er vom Fenster trat.
Es war um die Mittagszeit. Trotz des feinen Vorhangs weißlicher Wolken, die den Himmel bedeckten, war es erstickend heiß. Ringsum herrschte Stille, nur die Hähne im Dorfe krähten, und die langgezogenen Töne verursachten allen, die sie hörten, ein sonderbares Gefühl von Faulheit und Langerweile. Von Zeit zu Zeit erhob sich aus dem Gipfel eines Baumes wie ein Klageruf der durchdringende Schrei eines jungen Sperbers. Arkad und Bazaroff lagen im Schatten eines kleinen Heuschobers auf einem Haufen Gras, welches bei der geringsten Bewegung raschelte, obgleich es noch grün und duftig war.
»Diese Espe da«, sagte Bazaroff, »ruft mir meine Kindheit zurück; sie steht am Rand eines Grabens, der sich auf dem Platz einer ehemaligen Ziegelei gebildet hat. Ich war damals überzeugt, daß dieser Baum und dieser Graben die Kraft eines Talismans haben: ich langweilte mich nie in ihrer Nähe. Ich begriff damals noch nicht, daß ich mich nur darum nicht langweilte, weil ich ein Kind war. Jetzt, da ich groß geworden bin, hat der Talisman seine Kraft verloren.«
»Wie viele Jahre hast du im ganzen hier verbracht?« fragte Arkad.
»Zwei Jahre hintereinander; später kamen wir von Zeit zu Zeit hierher. Wir führten ein Nomadenleben und zogen fast immer von einer Stadt zur andern.«
»Ist das Haus schon lange gebaut?«
»Ja … Mein Großvater hat es gebaut, der Vater meiner Mutter.«
»Was war er, dein Großvater?«