»Du solltest nicht so sprechen, Eugen! wann hast du dich zerbrochen, wie du sagst?«

Bazaroff richtete den Kopf auf.

»Ich glaube das Recht zu haben, stolz darauf zu sein. Ich habe mich nicht selbst zerbrochen, und einem Weib wird das sicher nie gelingen. Amen! es ist aus! Du wirst kein einziges Wort mehr über diesen Gegenstand von mir hören.«

Die beiden Freunde lagen einige Augenblicke da, ohne zu sprechen.

»Ja,« nahm Bazaroff wieder das Wort, »der Mensch ist ein sonderbares Wesen. Wenn man so von der Seite und von weitem das dunkle Leben betrachtet, welches hier die ›Väter‹ führen, so scheint es, als ob alles vollkommen sei. Iß, trinke und lebe deiner Meinung nach so weise und regelmäßig als möglich. Es ist doch nichts; die Langeweile packt dich bald. Man empfindet das Verlangen, unter andere Menschen zu gehen, wärs auch nur, um mit ihnen zu streiten – gleichviel, man muß eben unter sie gehen.«

»Man müßte das Leben so einrichten, daß jeder Augenblick eine Bedeutung hätte,« sagte Arkad nachdenklich.

»Gewiß! es ist immer angenehm, etwas zu bedeuten, selbst wenn es mit Unrecht geschähe. Man würde sich zur Not sogar die unbedeutenden Dinge gefallen lassen … Aber die Kleinigkeiten, die Erbärmlichkeiten … das ist das Übel!«

»Es gibt keine Kleinigkeiten für den, der keine anerkennen will.«

»Hm! Du hast da einen umgekehrten Gemeinplatz ausgesprochen.«

»Wie? Was meinst du damit?«