»Fenitschka,« erwiderte Paul Petrowitsch traurig, »ich habe alles gesehen …«
»Was haben Sie gesehen?«
»Da unten … in der Laube …«
Fenitschka wurde plötzlich über und über rot.
»Ist das meine Schuld?« stotterte sie.
Paul richtete sich auf.
»Sie sind nicht schuldig? Nicht? In keiner Weise?«
»Es ist nur ein Mann auf Erden, den ich liebe und lieben werde, Nikolaus Petrowitsch,« erwiderte Fenitschka mit plötzlicher Energie, obgleich ihr die erstickten Seufzer fast die Kehle zuschnürten – »und über das, was Sie gesehen haben, hab ich mir, das kann ich am Jüngsten Tag beschwören, keine Vorwürfe zu machen; lieber auf der Stelle sterben, wenns sein muß, als in dem abscheulichen Verdacht stehen, daß ich mich gegen meinen Wohltäter Nikolaus Petrowitsch vergangen habe …«
Ihre Stimme erlosch, und sie fühlte im selben Augenblick, daß Paul ihre Hand ergriff und mit Kraft drückte … Sie sah ihn an und stand wie versteinert. Er war noch bleicher als zuvor, seine Augen funkelten, und was noch überraschender war, eine einzige schwere Träne rollte langsam über seine Wange.