»Durchaus nicht, ich bin kein Slawophile, obschon sicherlich …«
»Doch! doch! Sie sind ein Slawophile. Sie sind ein Anhänger des Domostroi[23]. Es fehlt nur noch, daß Sie eine Peitsche für die Frauen in die Hand nehmen.«
»Es ist was Schönes um eine Peitsche,« fiel Bazaroff ein; »aber da sind wir beim letzten Tropfen angekommen …«
»Von was?« fragte Eudoxia lebhaft.
»Vom Champagner, verehrte Eudoxia Nikitischna, nicht von Ihrem Blut.«
»Ich kann nicht gleichgültig bleiben, wenn man die Frauen angreift,« fuhr Eudoxia fort; »das ist abscheulich! abscheulich! Statt sie anzugreifen, lesen Sie Michelets Buch ›Über die Liebe‹, das ist wunderbar schön! Meine Herren, sprechen wir von der Liebe,« fügte sie hinzu und ließ ihre Hand schmachtend auf das zerdrückte Kissen des Ruhebettes zurücksinken.
Ein plötzliches Schweigen folgte dieser Aufforderung.
»Warum von Liebe sprechen?« sagte Bazaroff, »beschäftigen wir uns lieber mit Madame Odinzoff. So heißt sie ja wohl, nicht wahr? Wer ist diese Dame?«
»Sie ist göttlich! göttlich!« rief Sitnikoff. »Ich werde euch ihr vorstellen. Sie ist sehr klug, sehr vermögend und Witwe. Unglücklicherweise ist sie geistig noch nicht genug entwickelt, sie sollte sich unserer Eudoxia mehr nähern. Ich trinke auf Ihre Gesundheit, Eudoxia! Stoßet an! Kling, kling, kling! Gluck, gluck, gluck!«
»Viktor, Sie sind ein leichtsinniger Mensch!«