Eines Tages, als er im Garten mit ihr spazierenging, kündigte er ihr kurz und barsch seine nah bevorstehende Abreise auf das Landgut seines Vaters an … Sie erbleichte, als ob sie einen Stich ins Herz erhalten hätte, und ihre Aufregung war so lebhaft, daß sie selbst darüber erstaunt war; sie verlor sich in Gedanken darüber, was das bedeuten könne. Bazaroff hatte ihr von seiner Abreise durchaus nicht deshalb gesprochen, um sie auf die Probe zu stellen und zu sehen, wie sie sich dabei benähme; er war nicht der Mann, um jemals zu solchen Mitteln, zu Lügen, seine Zuflucht zu nehmen. Der Verwalter seines Vaters, sein ehemaliger Gouverneur Timofeitsch, hatte ihn frühmorgens besucht. Dieser Timofeitsch, ein gewandter, schlauer Alter, mit gelbschimmernden Haaren, luftgerötetem Gesicht und kleinen tränenden Augen, war unerwartet zu ihm gekommen, in einer Jacke von grobem blauem Tuch mit Ledergürtel und geschmierten Stiefeln.
»Ah! guten Morgen, Alter!« rief Bazaroff.
»Guten Morgen, Väterchen Eugen Wassilitsch,« sagte der Greis mit freundlichem Lächeln, das sein ganzes Gesicht mit kleinen Runzeln durchzog.
»Was führt dich her? Suchst du mich?«
»Wie könnt Ihr das glauben?« stammelte Timofeitsch (Bazaroffs Vater hatte ihm ausdrücklich befohlen, nicht merken zu lassen, daß er ihn schickte). »Ich hatte für den Herrn Kommissionen in der Stadt zu besorgen, und da ich hörte, daß Ihr da seid, machte ich den kleinen Umweg, um Euer Ehren zu sehen. Ich wäre Euch sonst nicht lästig gefallen!«
»Geh, lüg nicht!« antwortete Bazaroff. »Das Dorf liegt durchaus nicht auf deinem Weg.« – Timofeitsch wandte sich etwas zur Seite, ohne zu antworten.
»Ist mein Vater wohl?«
»Gott Lob und Dank, es geht ihm gut.«
»Und meine Mutter?«