»Welches Versprechen?«
»Haben Sie's vergessen? Sie wollten mich ein wenig in der Chemie unterrichten.«
»Unglücklicherweise erwartet mich mein Vater. Ich kann unmöglich länger zögern. Übrigens brauchen Sie ja nur Pelouse und Fremys ›Anfangsgründe der Chemie‹ zu lesen, das ist ein gutes Buch und leicht zu verstehen. Sie werden dort alles finden, was Sie wissen wollen.«
»Sie haben mir aber doch vor wenigen Tagen selbst gesagt, daß ein Buch nie an die Stelle … ich erinnere mich nicht mehr des Ausdrucks, dessen Sie sich bedient haben, aber Sie wissen schon, was ich sagen will …; nicht wahr?«
»Wie soll ichs machen?« antwortete Bazaroff.
»Warum abreisen?« fragte Frau Odinzoff mit gedämpfter Stimme.
Er sah sie an, sie lag zurückgelehnt in ihrem Sessel, die bis zum Ellenbogen bloßen Arme über die Brust gekreuzt. Das Licht der mit einem Schirm von ausgeschnittenem Papier bedeckten Lampe machte sie noch bleicher. Ein langes weißes Kleid umhüllte sie mit kleinen weichen Falten; kaum sah man die Spitzen ihrer Füße, welche sie ebenfalls übereinandergeschlagen hatte.
»Und warum soll ich bleiben?« antwortete Bazaroff.
Frau Odinzoff wandte ein wenig den Kopf.
»Wie, warum? Gefällt es Ihnen hier nicht? Denken Sie, daß man Sie hier nicht vermissen wird?«