Sie führte ihr Taschentuch an die Lippen.

»Ich hoffe,« fuhr sie mit einiger Überwindung fort, »daß Sie meine Worte nicht als gewöhnliche Maskenballergüsse auffassen. Sie müssen einsehen, daß es mir ganz anders zumute ist ...«

Und wirklich glaubte ich in ihrer Stimme, wie angenehm und einschmeichelnd sie auch klang, etwas Unheimliches zu hören.

»Ich bin Russin,« fuhr sie russisch fort; bisher hatte sie französisch gesprochen, »obwohl ich in Rußland wenig gelebt habe ... Meinen Namen brauchen Sie nicht zu wissen ... Anna Fjodorowna ist meine alte Freundin; ich war wirklich einmal in Michailowskoje unter dem Namen ihrer Schwester ... Damals durfte ich mit ihm noch nicht öffentlich zusammenkommen ... Es waren auch ohnehin Gerüchte über uns im Umlauf ... es gab noch verschiedene Hindernisse, er war noch nicht frei ... Diese Hindernisse sind nun beseitigt ... Da hat aber er, dessen Namen ich hätte tragen sollen, mit dem Sie mich gesehen haben, mich verlassen.«

Sie ließ hoffnungslos die Arme sinken und schwieg eine Weile ... Dann fragte sie mich:

»Kennen Sie ihn wirklich nicht? Ist er Ihnen nie begegnet?«

»Wirklich nie.«

»Er hat sich fast immer im Ausland aufgehalten. Jetzt ist er übrigens hier ... Das ist meine ganze Geschichte,« setzte sie hinzu. »Wie Sie sehen, ist an ihr nichts Geheimnisvolles, nichts Außergewöhnliches.«

»Und Sorrent?« wandte ich schüchtern ein.

»Ich hatte ihn in Sorrent kennen gelernt,« antwortete sie langsam und wurde wieder nachdenklich.