Sie hob schweigend ihren schlanken weißen Arm.
Am dunklen Himmel, dort, wohin ihr Finger wies, strahlte zwischen kleineren Sternen ein Komet mit rötlichem Schweif.
»Wie soll ich dich verstehen?« begann ich. »Oder ziehst du – wie dieser Komet zwischen den Planeten und Sonnen zieht, zwischen den Menschen ... und wem?«
Doch sogleich legte sich Ellis' Hand auf meine Augen ... Es war mir, als ob mich ein weißer Nebel aus feuchtem Tal umfinge ...
»Nach Italien! Nach Italien!« flüsterte sie. »Diese Nacht ist eine große Nacht!«
XII.
Der Nebel vor meinen Augen verzog sich, und ich erblickte tief unter mir eine unendliche Ebene. Schon an der warmen und milden Luft, die meine Wangen streifte, konnte ich erkennen, daß ich mich nicht in Rußland befand; auch glich die Ebene gar nicht unseren russischen Ebenen. Es war eine große dunkle Fläche, so viel ich erkennen konnte, vollkommen nackt und öde; hie und da glänzten wie kleine Spiegelscherben stehende Gewässer; in der Ferne konnte ich schwach die Umrisse eines unhörbaren und unbeweglichen Meeres sehen. Zwischen breiten schöngeformten Wolken strahlten große Sterne; ein tausendstimmiges, unaufhörliches und dabei doch nicht lautes Trillern erscholl von allen Richtungen – wunderbar war dieses durchdringende und zugleich verschlafene Singen, diese nächtliche Stimme der Wüste ...
»Die Pontinischen Sümpfe,« sagte Ellis. »Hörst du die Frösche? Spürst du den Schwefelgeruch?«
»Die Pontinischen Sümpfe ...« wiederholte ich, und sofort war ich im Banne dieser majestätischen und schwermütigen Stimmung. »Doch warum hast du mich in dieses traurige verlassene Land gebracht? Bringe mich lieber nach Rom.«
»Rom ist nahe,« antwortete Ellis, »mache dich bereit!«