»Ja, einen Aufsatz«, erwiderte Darja Michailowna mit übertriebener Gleichgültigkeit, »über die Beziehungen des Handels zu der Industrie in Rußland … Erschrecken Sie aber nicht: wir werden das jetzt nicht lesen … Ich habe Sie nicht deshalb eingeladen. Le baron est aussi aimable que savant. Und spricht sehr gut russisch! C’est un vrai torrent … il vous entraine.«
»Er spricht so gut russisch,« brummte Pigassow, »daß er verdient hat, französisch gelobt zu werden.«
»Brummen Sie nur, Afrikan Semenitsch, brummen Sie nur immer zu … das paßt sehr gut zu Ihrem verwühlten Haar … Warum kommt er aber nicht? Wissen Sie aber, messieurs et mesdames,« setzte Darja Michailowna, sich im Kreise umsehend, hinzu: »wir wollen in den Garten gehen. Bis zum Essen ist es noch eine Stunde und das Wetter ist so herrlich …«
Die ganze Gesellschaft erhob sich und begab sich in den Garten.
Der Garten Darja Michailownas reichte bis an den Fluß. Es waren in demselben viele dunkle und duftige Alleen alter Lindenbäume, die in smaragdgrüne Lichtungen mit vielen Lauben aus Akazien und Fliederbäumen ausliefen.
Wolinzow in Begleitung von Natalia und Mlle. Boncourt hatten sich in das Dickicht des Gartens vertieft. Wolinzow ging neben Natalia her und schwieg. Mlle. Boncourt folgte in einiger Entfernung.
»Womit haben Sie sich heute beschäftigt?« fragte endlich Wolinzow und streichelte dabei die Spitze seines schönen, dunkelblonden Schnurrbartes.
Er war seiner Schwester sehr ähnlich, doch zeigten seine Gesichtszüge weniger Beweglichkeit und Leben, und seine Augen, hübsch und sanft, hatten einen etwas schwermütigen Ausdruck.
»Mit wenigem,« erwiderte Natalia, »ich habe das Schelten Pigassows mit angehört, habe am Stickrahmen genäht und habe gelesen.«
»Und was haben Sie gelesen?«