Dem Presi lag augenscheinlich daran, dem Gespräch eine andere Wendung zu geben, lachend rief er: »Zum Wohl, Garde!« Und als nun die Gläser zusammenklingelten, fuhr er fort: »Warum ich gestern so hellauf war, Seppi Blatter, Bälzi und dem Bäliälpler ein Glas vom guten Hospeler schenkte, will ich Euch verraten. Es ist eine Ueberraschung —. Ich führe wieder eine Wirtin in den Bären.«

Da sprang der schwerfällige Garde auf: »Was Ihr meldet, Presi! Wer ists?« Die ehrliche Neugier stand ihm im Gesicht.

»Unter vier Augen und nur zu Euch — Frau Cresenz, die Schwester des Kreuzwirtes in Hospel. Wir haben die Angelegenheit gestern ins reine gebracht.«

»Ich wünsche Euch Glück,« sprach der Garde feierlich und schüttelte dem Wirt kräftig die Hand. Dann setzte er sich und knurrte in einem Ton vor sich hin, der nicht entscheiden ließ, ob darin eine Zustimmung oder Mißbilligung liege.

»Was sagt Ihr dazu?« fragte der Presi.

»Cresenz wird dem Bären schon wohl anstehen, sie hat sich als Witwe gut erhalten, ist mit ihren fünfunddreißig Jahren eine hübsche Frau, sauber und flink, sie versteht das Wirten und den Umgang mit den Leuten wie keine andere, hat einen tadellosen Ruf, kurz, ich meine, Ihr führt eine geschickte Frau ins Haus. Aber —«

Der Garde stockte.

»Aber?« — wiederholte der Presi.

»Cresenz ist aus einem so großen Gasthof und an das Fremdenleben so gewöhnt, daß es ihr hier bei uns hinten, wo doch nur Bauern und Alpleute sind, langweilig wird.«

Der Bärenwirt lachte: »Falsch, Garde, falsch! — Dafür ist gesorgt. Ein schönes Stück wird schon sein, Bini zu ziehen. Das Kind ist verwildert; denkt nur, gestern kam sie mir barfuß bis nach Tremis entgegen, es hat mich geschämt vor den Leuten. Ich habe keine Zeit, mich mit ihr abzugeben, die kropfige Susi, das Keifweib, wird nicht Herr über sie, fahre ich aber einmal mit einem Donnerwetter dazwischen, so schilt sie mich frank einen Rabenvater.«