»Seit wann trägt man das Sonntagsgewand zum Werktagsfeierabend?« spottete sie.

»Ich trag' es, weil ich jetzt fortgehe, Mutter — mit Vroni zusammen suche ich einen Dienst.«

Die Gardin kannte ihren zahmen Eusebi nicht mehr, seine Augen blitzten nur so. Da nahm sie ein Scheit, drohte dem schnurrbärtigen Sohn und rief zornig: »Auf der Stelle legst du das Sonntaggewändchen ab, du, — du —«

Eusebi hatte das Scheit, das die Mutter hochhielt, ergriffen, mit einem Ruck warf er es weit weg: »Mutter, so geht es nicht mehr!«

Da schrie die Gardin in die Stube: »Alter, hörst du nichts. Eusebi will mir nicht mehr folgen. O, der Lümmel — der Lümmel!«

»Nein, beim Eid folge ich Euch nicht mehr,« trotzte Eusebi, »ich gehe jetzt mit Vroni.«

»Das ist der Segen und der Sonnenschein, von dem der Alte immer geredet hat. — Einen ungeratenen Buben habe ich jetzt durch sie — Garde — Garde — bist du taub geworden, warum hilfst du mir nicht?« Und sie riß ihm die eine Armstütze vom dicken grauen Haupt hinweg.

Da merkt sie erst, wie der Garde so stark, daß er es nicht mehr verhalten mochte, vor sich hin lachte.

»Was ist auch das, du lachst!« Sie war verwirrt und wütend.

»Ich lache, weil der Eusebi ein Mann geworden ist. Ich kann dir nicht sagen, wie gut er mir jetzt gefällt.«