Wie einen Diebstahl an ihr empfindet er jedes gute Wort, das er Beate gegeben hat.

»Felix, ich kann dir nicht helfen!« sagt er für sich, und dann: »Bini! — Bini! — Ich komme, wenn es das Leben kostete, in den Teufelsgarten — ich muß deine dunklen Augen sehen — deinen Ruf 'Josi' hören. — Dann aber fort, wieder zu George Lemmy nach Indien — morgen schon fort — trotz Garde, Vroni und Joseli — fort — fort! ein einsamer heimatloser Mann.

»Wie gern wäre ich für dich an die Weißen Bretter gestiegen, aber — o Bineli — weil du mit Grieg gegangen bist, habe ich den Mut nicht mehr.«


XVI.

Einen Tag zurück.

Binia ist vom Haus des Garden wieder daheim. Mit verkrampften Händen sitzt sie am Rand des Bettes. Die dunkle Flut ihrer Haare ist ihr zu beiden Seiten niedergeglitten, zwei brennende Augen schauen zwischen den Strähnen hervor. Das Gesicht ist starr und blaß wie ein Steinbildnis, aber im Blick funkelt das Leben, strömt die Leidenschaft. Sie stößt einen Ton hervor, wie ein kleines Kind, das seufzt. Es beben die Lippen: »Er ist gekommen wie ein Held — er ist schön wie ein Held!«

Dann wimmert sie und beißt sich die Fingerknöchel wund. »Wie hat er mich genannt? — Frau Thöni Grieg!« Das Wort brennt sie wie eine Hölle im Herzen! »Es ist nicht wahr. Nein. In Ewigkeit nein. — Ich werde es nicht.«

Sie schleudert den Reifen weit von sich.