»Kind — Herzensvogel,« sagt er, »wie bist du mit deinem Vater lieb.«

Seine Auswanderungspläne hat er aufgegeben — in St. Peter hat er gelebt, in St. Peter will er sterben — steigt Josi von seinem Werk herunter, so wird er ihm sagen: »Nimm meine Binia — schenke ihr Glück, viel Glück — zieht fort — mein Segen begleitet euch — ich aber erwarte mein letztes Stündlein in St. Peter.«

In drei Tagen wird Josi kommen, aber niemand wagt auch nur das bescheidenste Festchen vorzubereiten. Der Handel um den Bären stockt. Aus Scheu vor Frau Cresenz, aus der Furcht vor dem eigenen Gewissen, aus Sorge, es könnte in seiner Abwesenheit Binia ein Leid geschehen, wagt es der Presi nicht mehr, nach Hospel hinauszugehen. Die ganze blinde Wut des Volksaberglaubens hat sich auf das arme Kind geworfen, sie erfährt Beleidigungen, wo sie geht und wo sie steht, und die Dörfler schlagen das Kreuz und speien vor ihr.

Der Verkauf des Bären würde die Aufregung im Dorf noch steigern.

Er hat einen furchtbaren Groll auf die von St. Peter, aber ändern kann er an der entsetzlichen Lage nichts, er vertraut nur auf die heilige Scheu, die denn doch jeder im Dorfe hat, ein Leben anzutasten. Nein, das thun sie nicht, obwohl sie entsetzlich sind in ihrem drohenden Schweigen.

Was geschehen mag, er wird noch einmal als Presi auf seinem Posten stehen — und so stark sein, daß er sie bändigt. — —

Ja, Presi, Ihr werdet Euch schon noch einmal auf den Posten stellen müssen — in St. Peter stehen die Dinge bös.


XIX.