So rasen die von St. Peter.
Der Presi schwankt, wie er sieht, daß seine Selbstaufopferung nichts hilft, davon — die Dörfler beachten es im Aufruhr kaum — der Garde will reden — aber ihm antwortet der hundertstimmige Ruf kreischender Weiber und tobender Männer: »Wir wollen nichts mehr von euch — ihr seid alle Verräter.«
Die neblige Herbstnacht ist hereingesunken — das Grauen wächst.
Da schwingt sich Kaplan Johannes mit einer qualmenden Kienfackel auf die Bahre und beleuchtet das zerwaschene Gesicht des Toten; der Ruf läuft durch die dunklen Gruppen: »Wir haben niemand mehr, der sich unser erbarmt, als Johannes — Kaplan, führt uns — sagt uns, was sollen wir thun?«
Der Schwarze lächelt höllisch: »Erschlagt die Teufelin und den Rebellen — sie ist bei ihm an den Weißen Brettern, ich öffne euch den Weg.«
Da ruft der alte greise Peter Thugi: »Ergebt euch nicht in die Gewalt des Schwarzen — ihr werdet es bereuen.«
Im gleichen Augenblick aber ertönt ein seltsames klirrendes Geräusch durch den Kirchhof. Alle erschaudern. Wahnsinnige Weiber haben die ersten Kreuze ausgerissen. Die Männer knirschen dumpf: »Jetzt können wir nicht mehr zurück — vorwärts also — wir müssen Totschläger sein!«
Das vom Entsetzen gerüttelte Dorf rüstet sich zum schrecklichen Auszug an die Weißen Bretter, die Grabkreuze klirren durch die Nacht. Hinter Kaplan Johannes, der das Kreuz Seppi Blatters an sich gerissen hat und den Weg mit seiner Kienfackel beleuchtet, zieht die heulende, betende Schar, die sich der Hölle ergeben hat. Sie hat aber das Dorf kaum verlassen, da röten sich die nächtlichen Nebel und schon rennen die Ausziehenden schreiend zurück: »Es brennt in St. Peter. — Feurio! — Feurio!«
Die unbestimmt in die Nebel flutende, wogende, wachsende Glut reißt alle ins Dorf zurück. — »Vielleicht ist es unser Haus — vielleicht ist es unser Vieh, das verbrennt,« jammern sie; es scheint durch die schwelenden Nebel, als stehe das ganze Dorf in Flammen.
Fluchend sieht es der Kaplan, wie seine Herde die Kreuze von sich wirft und zu ihren Häusern rennt.