Da tritt erschüttert der Garde herein: »Ich kann euch die Untersuchung erleichtern. Keiner von denen, die ihr verhört habt, hat den Bären angezündet. Das hat ein Vater für sein Kind gethan. Ich sage es euch im Auftrage des Presi Peter Waldisch, der soeben gestorben ist.«
O, die da sitzen und die Not eines Dorfes schreiben, sie haben den Presi schon gekannt, den gewaltthätigen Mann, der, die anderen alle um Haupteslänge überragend, nie klein gewesen in seinem Zorn, aber auch so groß in seiner Liebe, daß ihm die That wohl zuzutrauen ist.
Sie sprechen bewegt: »Immer war er der Presi — sich selbst getreu bis in den Tod — in der Enge der Berge, wo der gewaltige Mann überall anstieß, hat er werden müssen, wie er war — in der Welt aber wäre er nach Kopf und Herz ein Großer geworden — denn Kernholz, aus dem das Volk seine starken Führer schnitzt, war an ihm von der Sohle bis zum Scheitel.«
Während sie noch flüsternd dem toten Presi ihr Kränzlein winden, tritt Josi Blatter an den Tisch und wünscht wegen Thöni Grieg verhört zu werden. Ruhig und fest erzählt er den Hergang im Teufelsgarten, ruhig und fest antwortet er auf die Kreuz- und Querfragen, die Gesichter der Untersuchenden, die zuerst wohlwollend auf den Helden der heligen Wasser blickten, werden ernst. Die Darstellung klingt unglaubwürdig.
»Ihr besteht darauf, daß es nicht Totschlag in Notwehr war?«
»Ich bestehe darauf.«
»Ihr habt das Werk an den Weißen Brettern nicht zur Sühne gebaut?«
»Nein, meiner Braut Binia Waldisch zu Ehren.«
»Ihr verzichtet auf die altgebräuchliche Rechtswohlthat, die seit Matthys Jul denen zugebilligt wird, die für die heligen Wasser an die Weißen Bretter steigen?«
»Ich verzichte!«