Noch eine halbe Stunde! — Drei Weiber zugleich poltern an die Thür des Gotteshauses, ein anderes liegt ohnmächtig in den Nelken, die Gebete rauschen nicht mehr, sie rasen zum Himmel.
Da knarrt das Schloß — der Weibel tritt hervor. — Tödliche Stille — »Seppi Blatter hat sich freiwillig gestellt!« — Lautes Weinen bildet die Auslösung der Spannung.
Aus der Kirche ergießt sich die dunkle Schar der Männer. Die Weiber stürzen schreiend auf sie zu und umhalsen sie: »Jetzt wollen wir wieder friedlich zusammen leben und arbeiten! — nie wollen wir zanken!« Und der Bäliälpler und sein Weib, die einander nicht mehr leiden mochten, versöhnen sich.
Bälzi schreit: »Es lebe Seppi Blatter, der neue Garde!« und schwenkt den Hut.
Jetzt kommt Seppi Blatter selber, totenblaß, doch hoch aufgerichtet.
»Vater!« — ruft Josi und hält ihn umschlungen, »ein Held will ich sein wie du — ich gehe mit dir.«
»Du bleibst bei der Mutter!« sagt Seppi bewegt. Fränzi ist an seine Brust gesunken, sie schluchzt, als drehe sich ihr das Herz in der Brust.
»Du himmelgutes Weib!« Er küßt ihr dunkles schwellendes Haar. »Kommt — kommt!«
Dicht aneinandergedrängt bewegt sich das Vierblatt von Eltern und Kindern am Bären vorbei.
Die Leute ziehen vor ihm ehrfürchtig die Hüte. Auf der Freitreppe steht der Presi. Wie er Seppi Blatter sieht, schwankt er ins Haus. Ihm ist nicht gut. Die Ueberraschung, daß das Aeckerchen bezahlt worden ist und Seppi Blatter freiwillig an die Bretter steigt, hat ihm einen großen Stoß gegeben.