Folgsamer als je gehorcht sie. Sie wandelt zur Ruine hinüber. Dort stehen und sitzen Männer, der Kaplan Johannes, Bälzi, der Gemeindeweibel und andere. Die Schnapsflasche geht in der Runde, die Männer essen einen Imbiß von der Hand, sie plaudern und lassen sich's wohl sein und sehen die Augen Binias nicht.
»Heut' giebt's keine Tafel zu malen, Kaplan, Seppi schafft gut,« sagt der Weibel, der einen großen schönen Bart, aber einen schielenden Blick hat.
»Macht nichts — ich bin nicht gern der Unglücksrabe,« antwortete der Kaplan mit seiner hohlen Stimme.
»Ich glaube beim Eid, Seppi Blatter fällt — die elende Hitze — und erst dort oben — man wird da unten dumm, dort oben aber wird einer verrückt — die Männer, die stürzen, thun's, weil sie vom Sonnenstich wahnsinnig geworden sind.« Bälzi nahm einen Schluck.
»St. Jörg und einundzwanzig, das wär' ein Unglück — die Frau und die zwei Kinder!« So der Weibel.
Bälzi darauf: »Der Presi bekäme auch einen Schuh voll!«
»Wieso?« fragt Peter Thugi, der ein rechter Mann und der Aelteste einer weitverzweigten Familie ist.
Bälzi erwidert: »Das glauben doch nur Kinder, daß Seppi Blatter freiwillig an die Bretter gegangen ist. Man hat der Gemeinde Sand in die Augen gestreut. Ist's nicht wahr, Weibel?«
Dieser zwinkert zustimmend mit den Augen, aber er schweigt.
Bälzi, dessen Blick vom Schnaps etwas verglast ist, lacht. »Der Presi hat mir die Pfeife zerschlagen, auf die Garibaldi gemalt ist. Sie war noch vom Vater selig. Aber jetzt schone ich ihn auch nicht mehr.«