Wie der Müller berauscht vor Freude aufhorcht, wenn nach langer Trockenheit sein Rad wieder klappert, so lauschen die Leute von St. Peter dem Hackbrettspiel der heligen Wasser und drücken sich vor Freude die Hände.
»Ja, Seppi Blatter ist ein Mann! — Es lebe der neue Garde!«
Der alte Pfarrer hebt segnend sein Kreuz gegen die wiederhergestellte Leitung empor, das Glöcklein, das einen Augenblick zu bimmeln aufgehört hat, setzt wieder ein, es ruft zum Dankgottesdienst, und die Berge leuchten, vom Abendrot umspielt, wie Lichter der Andacht.
Am schönsten leuchtet Josis Gesicht!
Hoch an den Weißen Brettern sind nur noch zwei oder drei Stricke zu lösen und die Arbeit, die gefahrvolle, ist glücklich gethan. Bald wird man auf den Felsentafeln nur noch die Linie der Kännel sehen.
Der Gottesdienst geht seinen Weg, da gellt ein einzelner Schrei: »Seppi!«
Der Schrei verzehn- und verhundertfacht sich — ein dunkler Körper fällt und wird größer im Fallen, er gleitet wie ein Schatten die Weißen Bretter hinab.
Seppi Blatter ist am Ende seines Werkes abgestürzt. Der Gottesdienst schweigt.
Josi ist brüllend wie ein Stier aufgesprungen und will sich in die Glotter stürzen, in der sein Vater vor seinem Blick verschwunden ist. Da halten ihn im letzten Augenblick starke Arme zurück. »Gottloser Bub!« Er beißt, er kratzt, er schlägt um sich, aber die junge Kraft erlahmt, röchelnd liegt der Knabe im Gras.
Was war die Ursache des Sturzes? — Hunderte haben hinaufgeblickt, aber wenige wissen etwas Sicheres zu sagen. Der Glottermüller, der wieder das Fernrohr geführt hat, versichert, Seppi habe bis zum letzten Augenblick frei stehend gearbeitet, da schwankte er, faßte das Seil, das ihn in die Höhe ziehen sollte, es senkte sich ein wenig, er ließ es los, im gleichen Augenblicke aber wurde es von der Mannschaft, die den Ruck Seppis für ein Zeichen genommen, in die Höhe gezogen, die Schleife am Ende des Taues legte sich dabei um das Bein, das er in die Luft gestellt hatte, die Arme des müden Mannes suchten den oberen Teil des Strickes zu spät, da schleuderte ihn das steigende Seil, das ihn am Fuß gepackt hatte, in die Tiefe.