[Inhaltsübersicht]

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Im Friaul[1]
Venedig. – Abendfahrt. – Monfalcone. – Meer und Tiefland.– Ein Garten. – Die Piazza grande. – Der Markt. – Lebenund Lieben. – Nord und Süd. – Ein Original. – Sein Hausregiment.– Der Maler. – Die Volksschule. – Am Hafen. –Die Fischer. – Ein Strandgebiet. – Die Malaria. – DieCampagnen. – Der Isonzo. – Die bäuerliche Wirtschaft. –Furlanische Dörfer. – Italiener und Slovenen. – Die Karstlandschaft.– Eine Taubenhöhle. – Verlorene Wasser.
Österreichisch Nizza[27]
Eine Wagenfahrt. – Görz. – Völker und Sprachen. – Einmittelalterliches Idyll. – Industrie. – Die Villen. – DerKurort. – Ein Ausflug. – Der Monte Santo. – Wallfahrer.– Lienhard und Gertrud. – Aussicht. – Bohnen in den Schuhen.– Am Isonzo. – In der Ebene. – Gradiska. – Ein Plan.
Aquileja[45]
Die Gründung. – Die Blüte. – Leben und Treiben. – DerUntergang. – Alte Lebensfasern. – Fundgegenstände. – EinStall. – Das moderne Aquileja. – Rückblick. – Die ungetreuenFrauen. – Die Erbin. – Eine Auferstehung. – Der Pozzo d'oro.– Ein Wirrsal. – Signore Moschettini. – Das Museum. –Skulpturen. – Grabsteine. – Anticaglien. – Neujahrslampen.– Ziegelinschriften. – Der Campanile. – Die Patriarchen. –Der Dom. – Die Krypta. – Ein urchristliches Taufbecken. –Die Aussicht.
Lagune von Grado[73]
Die Düne. – Ebbe und Flut. – Lagunenfahrt. – SäkuläreSenkungen. – Schöne Pläne. – Gradonesische Fischer. – Indolenz.– Ein Asyl. – Das Städtchen Grado. – Badeleben. – Inselgrün.– Die steigende Flut. – Südliche Nacht.
Im Frühling von Miramare[87]
Ein Badeort im Sumpfe. – Der kürzeste Strom Europas. –Naturrätsel. – »Es stand in alten Zeiten …« – Duino. –Meerbilder. – Die Dolinen. – Slavische Dörfer. – An derKüste. – Die Gärten von Miramare. – Erzherzog Max. – DasTrauerspiel von Mexiko. – Der Kaiser. – Charlotte von Belgien.– Das Ende. – Ein Gang durchs Schloß. – Auf der Balustrade.– Ave Maria.
Triest[106]
An den Quais. – Der Hafen. – Der Leuchtturm. – Ausblick.– Schiffer und Arbeiter. – Der Fischmarkt. – Meerspinnen undMuscheln. – Die Stadt. – Denkmäler. – Die Einwohnerschaft.– Gegensätze. – Antikes. – Winckelmann. – Beim Antiquar. –Das Arsenal. – Der Schiffsbau. – Seeleute. – Ein Maschinist.
Die Küste von Istrien[125]
Meerfahrt. – Capo d'Istria. – Pirano. – Das Volksleben. –Schöne Frauen. – Die Salzgärten. – Die Punta Salvore. –Spielende Delphine. – Der Name Istrien. – Der kleine Antiquar.– Parenzo. – Eine Schweiz im Wasser. – Felsen und Riffe. –Rovigno. – Schiffersagen. – Die Bucht von Pola.
Im Kriegshafen von Österreich-Ungarn[143]
Das Seearsenal. – Schiffsmodelle. – Trophäen und Standarten.– Die Magazine. – Die Riesen des Alpenwaldes. – Werftenund Docks. – Das Stadtbild von Pola. – Chidher, der ewigjunge. – Römische Denkmäler. – Die Arena. – Eine Überraschung.– Arme Leutchen. – Im Mondschein. – Aus derSchenke. – Ein Nachtspaziergang. – Sonnenaufgang. – Lapoveretta. – Der Scirocco. – Mal di mare.
Der Karst und die Grotte von Adelsberg[163]
Osterfahrt. – Die Karstgewässer. – Äcker und Weiden. – DieBora. – Der Wald. – Aufforstungen. – Adelsberg. – AmGrottentor. – Die Grotte. – Der große Dom. – Der Höhlenfluß.– Die Geschichte der Grotte. – Die Tropfsteinbildungen.– Der Tartarus. – Geheimnisvolle Bildwerke. – FestlichesLeben. – Unerforschte Gänge. – Zum Kalvarienberg. – Andie Sonne.

Im Friaul.

Als der Schnee schon in die Berge zurückgewichen war, Lenzsonnenschein auf den Höhen, junge Wanderlust im Herzen lag, da brachte mir eine Briefschwalbe aus dem Süden unerwartete Botschaft: eine herzliche Einladung meines Onkel – Direktor Johannes Heers in Monfalcone – zu einem längeren Aufenthalte am Golfe von Triest.

Ich las das freundliche Schreiben und jenes stille Heimweh nach dem sonnigen Süden, das Goethe mit seinen Mignon-Liedern uns Nordlandssöhnen nun einmal in die Brust gedichtet hat, brach durch; die schöne Süderde stand verführerisch vor meiner Seele: »Du hast Ferien, Junge, du hast etwas Kleingeld, du hast vor Jahren eine italienische Schulgrammatik durchgearbeitet, es fehlt dir nicht an Wandermut, geh und sieh dir den Garten unter den südlichen Alpenkämmen, die lombardischen Städte, die Meerkönigin, das wundersame Venedig, an und halte dann Wanderrast in Monfalcone, der kleinen Stadt am Golfrund von Triest.«

Vierzehn Tage später flog ich durch den Gotthardtunnel. In Lugano und auf seinem herrlichen See bot ich im Geist Willkomm dem Lande ewigen Lenzes und sonniger Kunst, dem Land dunkler Weine und dunkler Frauen; in Lecco, wo die »Promessi sposi« in Liebesträumen gewandelt, fing ich an zu wandern die Kreuz und die Quer; in Verona ließ ich mir den Palast der Capulet und hinter einem Krautgarten das legendäre Grabmal Juliens zeigen, und vierzehn Tage nach meiner Abreise stand ich auf dem Markusplatz zu Venedig.