[214] Weit besser, als die der berühmten Bittschriften-Linde Friedrichs des Grossen neben dem Stadt-Schloss zu Potsdam, deren Lehm-Ausschmierung recht armselig aussieht.

[215] Rein I, 527.

[216] Hidari heisst Link-Hand. Dieser Name erklärt sich selber, hat aber Veranlassung zu einer artigen Sage gegeben. Des Künstlers Fürst musste seinen Feinden die eigene Tochter opfern. Da schlug der Bildhauer seiner lebenden Galatea den Kopf ab und sandte ihn den Feinden als das Haupt der Fürstentochter. Aber ein treuer Diener des Fürsten, überzeugt, dass der Bildhauer wirklich die Tochter seines Herrn getödtet, schlug ergrimmt dem Künstler die rechte Hand ab.

[217] D. h. wahre Worte.

[218] Der Lackbaum (Rhus vernicifera, Urushi-no-ki) wird im Hochsommer angeritzt, der Rohlack ausgekratzt, geklärt, eingedampft, mit Oel, Zinnober, Eisenoxyd u. A. versetzt. Die Lackindustrie kam von China nach Japan. Hier hat sie erst in der Mitte des 17. Jahrhundert ihre hohe Blüthe erreicht. Jetzt wird für die Ausfuhr billige Dutzendwaare angefertigt, aber es giebt auch heute noch vorzügliche Goldlackarbeiter. Werth der Ausfuhr von Lackwaaren (1888) gegen 600000 Yen. — Japan’s Lackindustrie hat in Rein’s Werk ihre klassische Beschreibung gefunden.

[219] In Ostindien sieht man nur die einbuckligen Dromedare, deren Heimath Arabien, während ihr Verbreitungsgebiet nach Nordafrika und Westasien hinüberreicht. — Das zweibucklige Trampelthier stammt aus den mongolischen Steppen (und aus China). Unser Künstler dürfte in Japan weder einen Elephanten noch ein Trampelthier gesehen, sondern diese Thiere nach chinesischen Vorbildern entworfen haben.

[220] Diese Reisen der Götter erinnern an altägyptische Gebräuche: wiederholt ist in den Inschriften des Horus-Tempels zu Edfu von Besuchen die Rede, welche das Bild des Gottes von Edfu dem der Göttin Hathor von Dendera machte, und umgekehrt.

[221] Ich kenne so manche nervöse Dame in unseren Gegenden, welche behauptet, Nachts nicht schlafen zu können, wenn sie spät Abends eine Tasse Thee genommen.

[222] Die Japaner halten Leuchtkäfer in Gazekästchen an der Wand der Häuschen und erfreuen sich Abends an dem milden Glanz der Thiere.

[223] Berg der grossen See-Bucht, O-ye-no-saka.