Diese Schildkröte war eine phantastische Idee des Herzogs Jean, die ihm einige Zeit vor dem Verlassen von Paris gekommen war.

Eines Tages, da er einen orientalischen Teppich besah und die Reflexe desselben bewunderte, die je nach dem Silberglanz, der über das Gewebe lief, bald aladingelb, bald pflaumenblau leuchteten, sagte er sich, dass es sich nicht übel ausnehmen müsse, etwas Bewegliches auf den Teppich zu setzen, um den Farbenreiz durch einen dunklen Ton zu erhöhen.

Von dieser Idee ganz eingenommen, war er aufs Geratewohl durch die Strassen geschlendert und bis zum Palais-Royal gekommen. Als er hier im Schaufenster bei Chevet eine Schildkröte in einem Bassin bemerkte, da schlug er sich vor die Stirn, wie jemand, dem plötzlich ein Gedanke gekommen.

Er kaufte das Tier, setzte es dann auf den Teppich und sich davor. Lange hatte er das Tier mit halbgeschlossenen Augen aufmerksam betrachtet.

Der Ton des harten Braunes des Rückenschildes verdunkelte die Reflexe des Teppichs, ohne sie zu beleben; der vorherrschende Silberglanz strahlte jetzt kaum und streifte mit seinem kalten zinkfarbigen Ton den Rand dieser harten glanzlosen Schale.

Er biss sich auf den Finger, ein Mittel suchend, diese Missverbindung zu versöhnen und die offenbare Scheidung der Töne zu verhindern, wobei er schliesslich entdeckte, dass seine erste Idee, die darin bestand, die Flammen des Gewebes mit einem darauf gesetzten beweglichen dunklen Gegenstand zu schüren, falsch war. Im Grunde genommen war dieser Teppich noch zu auffällig, zu lebhaft und zu neu. Die Farben waren noch nicht genügend abgestumpft und gedämpft; es handelte sich darum, den Satz umzukehren, die Töne abzuschwächen, sie durch den Kontrast eines glänzenden Gegenstandes zu erlöschen, alles um sich zu erdrücken und goldiges Licht auf das matt silberne zu werfen.

In dieser Weise dargestellt, war die Frage leichter zu entscheiden. Er beschloss infolgedessen, den Panzer der Schildkröte mit einer Goldglasur überziehen zu lassen.

Als das Tier von dem Praktikus, der es in Arbeit gehabt hatte, wieder zurückkam, leuchtete es wie die Sonne.

Anfänglich war Herzog Jean ganz entzückt von der Wirkung; dann kam ihm der Gedanke, dass dieses riesengrosse Schmuckstück bis jetzt nur flüchtig entworfen, und dass es erst vollendet wäre, wenn es mit eingelegten seltenen und kostbaren Steinen besetzt sein würde.

Er wählte aus einer japanischen Sammlung eine Zeichnung, die ein Arrangement von Blumen vorstellte, die von einem dünnen Stengel wie Raketen ausgingen. Er brachte das Muster zu einem Goldschmied, zeichnete eine Einfassung darum, die das Bouquet in einen ovalen Rahmen einschloss, und erklärte dem verdutzten Juwelenhändler, dass die Blätter und die Kelche jeder der Blumen in Edelsteinen ausgeführt und in das Schild des Tieres selbst eingelassen werden sollten.