Dennoch will ich freudig der entscheidenden Stunde entgegengehen. Denn Du, gütiger Gott, warst mein Schutz und meine Hilfe bis heute, Du wirst es auch ferner sein. Du hast bisher meine Bahn geebnet; wie sollte ich glauben, daß Du später mich verlassen wirst. Nein, gestärkt und ermutigt war ich stets, so oft ich mein Herz im Gebete zu Dir erhob, und diese Wohltat kann ja auch ferner mir nicht fehlen. Auch in diesem Augenblicke empfinde ich ihre Süßigkeit, denn ich fühle, daß Du in meiner Nähe bist, daß ein Tempel für Dich errichtet ist in meinem Innern, in dem ich alle Zeit Zuflucht finde, ich fühle, daß ich Dich liebe und von Dir geliebt werde.
Und sollte die Anerkennung Deiner unendlichen Güte und Huld mich nicht immer mehr und mehr zum festen Glauben bestimmen, daß ich geborgen sein werde unter Deiner Fürsorge?
Du weißt es, daß ich nicht leichtfertigen Sinnes oder aus eitlem Verlangen nach erträumtem Glücke, dem Manne meiner Wahl Treue gelobt, sondern daß nur das Gefühl mich bestimmt hat, daß Du, mein Gott, es bist, der meinen Schritt billigt, und der von mir verlangt, daß ich ihm nicht ausweiche.
Darum empfehle ich Dir meine Zukunft. Was Du tust, das ist wohlgetan! Amen!
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Gebet einer Braut am Hochzeitstage.
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Allgütiger Vater im Himmel! Erbarmungsvoll schauest Du hernieder auf Deine Kinder auf Erden; Du wendest Dein Angesicht auf alle, die inbrünstigen Sinnes sich Dir nahen, und unerhört bleibt keine Seele, die in aufrichtiger Demut vor Dir sich neigt, kein Herz, das hoffend und vertrauend im Gebete zu Dir sich wendet.
O, so sei auch jetzt mir nahe, da ich, wenn auch in schlichten Worten, mein übervolles Herz durch die Sprache des Gebetes vor Dir erleichtern will.
Sei mir gnädig, mein Gott! daß dieser Tag ein Tag des Heils für mich werde.