LORD HAMILTON. Wie stehts? hats angeschlagen?
LORD HOT. Er ist tot.-HAMILTON. (nähert sich.) Nun er wird wieder aufleben, (ihn gleichfalls vergeblich zu ermuntern suchend.) Man muß ihm eine Ader schlagen. (streift ihm den Arm auf.) Geschwind, Bediente, ein Lanzett, oder einen Chirurgen, was ihr am ersten bekommen kÖnnt.
ROBERT. (erwacht, und sieht wild umher.) Wer ist da?
LORD HOT. (bekümmert.) Dein Vater—deine guten Freunde.
ROBERT. (stößt ihn von sich.) Weg mit den Vätern!—Laßt mich allein! —(sehr hitzig.) Laßt mich allein! sag ich!
HAMILTON. Wir müssen ihn allein lassen, daß er sich erholen kann; der Zwang, den er sich in unserer Gegenwart antut, ist ihm tödlich.—Es wird sich alles von selbst legen.
LORD HOT. Du bist immer mit dem alles von selber—Wenigstens alles Gewehr ihm weggenommen. (greift an den Tisch und um die Wände umher, und geht mit Lord Hamilton ab.)
ROBERT. Also vermählt! Das Schwert, das am letzten Haar über meinem Kopfe hing, fällt.—Aus!—alles aus. (springt auf, und tappt nach einem Gewehr.) Ich vergaß es—O deine elende väterliche Vorsicht! (rennt mit dem Kopf gegen die Wand, und sinkt auf den Boden.) Also ein anderer—ein anderer—und vermutlich ein junger, schöner, liebenswürdiger, vollkommener—einer, den sie lang geliebt hat, weil sie so ernstlich auf meine Heilung bedacht war.—Desto schlimmer, wenn er vollkommen ist, desto schlimmer!—er wird ihr ganzes Herz fesseln, und was wird für mich übrig bleiben? nicht einmal Mitleid, nicht ein einziger armer verirrter Gedanke für mich—Ganz aus ihrem Andenken verschwunden, vernichtet—Daß ich mich nicht selbst vernichten kann!—(springt auf, und will sich zum Fenster naus stürzen, Hamilton stürzt herein, und hält ihn zurück.)
HAMILTON. Wohin, Wahnwitziger?
ROBERT. (ganz kalt.) Ich wollte sehen, was es für Wetter gäbe—Ich bin dein Herzensfreund, Hamilton; ich wollt, ich hätte deinen Sohn, oder deine Tochter hier.