PRINZESSIN.
Ich gehe, mich dem Könige deswegen zu Füßen zu werfen, unterdessen
erkundigen Sie sich aufs sorgfältigste nach seinen Eltern, und sehen
Sie, daß Sie ihnen, so geschwind es sein kann, Nachricht von diesem
Vorfall geben. Ich bitte mirs von Ihnen zu Gnaden aus, Herr Major!
MAJOR. Eurer Hoheit Befehle sind mir in allen andern Stücken heilig—(sie gibt ihm noch einen Blick, und geht ab. Der Major gleichfalls von der andern Seite.)
Zweite Szene
(Roberts Gefängnis. In der Dämmerung.)
ROBERT. (spielt die Violine und singt dazu.)
So geht's denn aus dem Weltgen 'raus,
O Wollust, zu vergehen!
Ich sterbe sonder Furcht und Graus,
Ich habe sie gesehen.
Brust und Gedanke voll von ihr:
So komm, o Tod! ich geige dir;
So komm, o Tod! und tanze mir.
Nur um ein paar Ellen hÄtt' ich ihr näher sein sollen, ihre Mienen auf mich herabscheinen zu sehen—ihren Atem zu trinken—Man muß genÜgsam sein—Das Leben ist mir gut genug geworden, es ist Zeit, daß ich gehe, eh es schlimmer wird. (spielt wieder.)
O Wollust—o Wollust, zu vergehen!
Ich habe—habe sie gesehen.
(Die Prinzessin von Carignan tritt ins GefÄngnis, verkleidet als ein junger Offizier. Ihr Bruder als Gemeiner.)
ROBERT. Himmlisches Licht, das mich umgibt! (läßt die Geige fallen, kniet.)