Erste Szene
(Robert in einem Domino ganz ermüdet nach Hause kommend, und sich in
Lehnstuhl werfend. Es ist Mitternacht, mehr gegen die Morgenstunde.)
ROBERT. Sie wollen mich durch Mummereien und Vergnügen durch Raserei wieder zu meinem Verstand bringen. Sie haben recht gehabt, sie haben mich wenigstens so weit gebracht, daß ich durch eine verstellte Gleichgültigkeit ihr Argusauge betrügen, und ihren bittern Spöttereien über die schönste Torheit meines Lebens ausweichen kann. Ha, unter allen Foltern des Lebens, auf die der Scharfsinn der Menschen gesonnen haben kann, kenn ich keine größere, als zu lieben und ausgelacht zuwerden. Und die Marmorherzen machen ihrem Gewissen diese Peinigung ihrer Nebenmenschen so leicht, weil sie ihnen so wenig Mühe kostet, weil sie ihrem Stolz und eingebildeten Weisheit so sehr schmeichelt, weil sie die schlechteste Erdensöhne mit so geringen Kosten über den würdigsten Göttersohn hinaus setzt. Ha! sie sollen diese Freude nicht mehr haben.—Mich auslachen!—mich dünkt, ein Teil von dem Hohn fällt auch auf den Gegenstand zurück, den ich anbete—(springt auf) und das ist ärger, als wenn Himmel und Erde zusammen fielen, und die Götter ein Spiel der Säue würden—Ruhig, Robert! da kommen sie. (wirft sich wieder in den Lehnstuhl und scheint zu schlummern.)
(Lord Hot und Lord Hamilton kommen. Sie habens gesehen, und lächeln einander zu.)
LORD HOT. Es läßt sich doch zur Besserung mit ihm an.
LORD HAMILTON. Wenn nur ein Mittel wäre, ihm den Geschmack an Wollust und Behäglichkeit beizubringen; er hat sie noch nie gekostet; und wenn das so fortstürmt in seiner Seele, kann er sie auch nie kosten lernen.
LORD HOT. Wenn ich ihn nur in England hätte!
LORD HAMILTON. Hier! Hier! Die italienische Augen haben eine große
Beredsamkeit, besonders für ein britisches Herz.
ROBERT. (zwischen den Zähnen.) Der Verräter!
LORD HOT. Es tut mir leid, daß ich ihm keine mitgegeben, als er von
Hause ging.