Geh. Rath. Ist kein Chirurgus im Dorf, ehrlicher Schulmeister! Er ist nur am Arm verwundet, ich will ihn kuriren lassen.

Wenzeslaus. Ey was kuriren lassen! Straßenräuber! schießt man Leute übern Haufen, weil man so viel hat, daß man sie kuriren lassen kann? Er ist mein Kollaborator; er ist eben ein Jahr in meinem Hause: ein stiller, friedfertiger, fleißiger Mensch, und sein Tage hat man nichts von ihm gehört, und Ihr kommt und erschießt mir meinen Kollaborator in meinem eignen Hause!—Das soll gerochen werden, oder ich will nicht selig sterben. Seht Ihr das!

Geh. Rath. (bemüht Läuffern zu verbinden)
Wozu das Geschwätz, lieber Mann? Es thut uns leyd genug—
Aber die Wunde könnte sich verbluten, schaft uns nur
einen Chirurgus.

Wenzeslaus.
Ey was! Wenn Ihr Wunden macht, so mögt Ihr sie auch
heilen, Strassenräuber! Ich muß doch nur zum Gevatter
Schöpsen gehen. (geht ab)

Major. (zu Läuffern)
Wo ist meine Tochter?

Läuffer.
Ich weiß es nicht.

Major.
Du weißt nicht? (zieht noch eine Pistol hervor)

Geh. Rath. (entreißt sie ihm und schießt sie aus dem
Fenster ab)
Sollen wir Dich mit Ketten binden lassen, Du—

Läuffer.
Ich habe sie nicht gesehen, seit ich aus Ihrem Hause
geflüchtet bin; das bezeug' ich vor Gott, vor dessen
Gericht ich vielleicht bald erscheinen werde.

Major.
Also ist sie nicht mit Dir gelaufen?