Geh. Rath. Ich merke—Wollen Sie nicht auf einen Augenblick in die Kammer spatzieren? (führt ihn an die Thür)
Pätus. (macht auf und fährt zurück, sich mit beyden
Händen an den Kopf greiffend)
Jungfer Rehaar—Zu Ihren Füssen—(hinter der Scene)
Bin ich so glücklich? oder ist's nur ein Traum? Ein
Rausch?—Eine Bezauberung?—
Geh. Rath. Lassen wir ihn!—(kehrt zu Fritz) Und Du denkst noch an Gustchen?
Fritz. Sie haben mir das furchtbare Rätzel noch nicht aufgelöst. Hat Seiffenblase gelogen?
Geh. Rath. Ich denke, wir reden hernach davon: wir wollen uns die Freud' itzt nicht verderben.
Fritz. (kniend)
O mein Vater, wenn Sie noch Zärtlichkeit für mich
haben, lassen Sie mich nicht zwischen Himmel und
Erde, zwischen Hofnung und Verzweiflung schweben.
Darum bin ich gereist; ich konnte die quaalvolle
Ungewißheit nicht länger aushalten. Lebt Gustchen?
Ists wahr, daß sie entehrt ist?
Geh. Rath.
Es ist leider nur eine zu traurige Wahrheit.
Fritz.
Und hat sich in einen Teich gestürzt?
Geh. Rath.
Und ihr Vater hat sich ihr nachgestürzt.
Fritz.
So falle denn Henkers Beil—Ich bin der
Unglücklichste unter den Menschen!