Marie. Komm Er doch geschwind herauf, lieber Papa!

Jungfer Zipfersaat. Da sieht Sie, wie die Herren Officiers sind.
Das hätt' ich Ihr wollen zum voraus sagen.

Wesener (kommt herein). Na, was ist—Ihr Diener, Jungfer Zipfersaat.

Marie. Papa, was sollen wir anfangen? Der Desportes ist weggelaufen.

Wesener. Ei sieh doch, wer erzählt dir denn so artige Histörchen.

Marie. Er ist dem jungen Herrn Seidenhändler Zipfersaat siebenhundert Taler schuldig geblieben, und hat einen Zettel auf dem Tisch gelassen, daß er in seinem Leben nicht nach Flandern wiederkommen will.

Wesener (sehr böse). Was das ein gottloses verdammtes Gered'—(Sich auf die Brust schlagend.) Ich sag gut für die siebenhundert Taler, versteht Sie mich, Jungfer Zipfersaat? Und für noch einmal so viel, wenn Sie's haben will. Ich hab mit dem Hause über die dreißig Jahr verkehrt, aber das sind die gottsvergessenen Neider-Jungfer Zipfersaat Das wird meinem Vetter eine große Freude machen, Herr Wesener, wenn Sie es auf sich nehmen wollen, den guten Namen vom Herrn Baron zu retten.

Wesener. Ich geh mit Ihr, den Augenblick. (Sucht seinen Hut.) Ich will den Leuten das Maul stopfen, die sich unterstehen wollen, mir das Haus in übeln Ruf zu bringen, versteht Sie mich.

Marie. Aber, Papa—(Ungeduldig.) Oh, ich wünschte, daß ich ihn nie gesehen hätte. (Wesener und Jungfer Zipfersaat geben ab. Marie wirft sich in den Sorgstuhl, und nachdem sie eine Weile in tiefen Gedanken gesessen, ruft sie ängstlich.) Lotte!—Lotte!

(Charlotte kommt.)