Marie (fällt auf ihr Gesicht). O gar zu, gar zu gnädige Frau!

Gräfin. Ich muß fort—Ihre Mutter würde mich in einem wunderlichen Zustand antreffen. (Geht schnell ab, sieht noch durch die Tür hinein nach Marien, die noch immer wie im Gebet liegt.) Adieu, Kind!

(Ab.)

Vierter Akt

Erste Szene

Mary. Stolzius.

Mary. Soll ich dir aufrichtig sagen, Stolzius, wenn der Desportes das MÄdchen nicht heuratet, so heurate ich's. Ich bin zum Rasendwerden verliebt in sie. Ich habe schon versucht, mir die Gedanken zu zerstreuen, du weißt wohl, mit der DÜval, und denn gefällt mir die Wirtschaft mit dem Grafen gar nicht, und daß die Gräfin sie nun gar ins Haus genommen hat, aber alles das—verschlägt doch nichts, ich kann mir die Narrheit nicht aus dem Kopf bringen.

Stolzius. Schreibt denn der Desportes gar nicht mehr?

Mary. Ei freilich schreibt er. Sein Vater hat ihn neulich wollen zu einer Heurat zwingen, und ihn vierzehn Tage bei Wasser und Brot eingesperrt—(Sich an den Kopf schlagend.) Und wenn ich noch so denke, wie sie neulich im Mondschein mit mir spazierenging, und mir ihre Not klagte, wie sie manchmal mitten in der Nacht aufspränge, wenn ihr die schwermütigen Gedanken einkämen, und nach einem Messer suchte.

Stolzius (zittert).