Desportes (im Essen). Was reden wir weiter von dem Knochen? Ich will dir sagen, Herr Bruder, du tust mir einen Gefallen, wenn du mir ihrer nicht mehr erwähnst. Es ennuyiert mich, wenn ich an sie denken soll.
(Schiebt die Schale weg.)
Stolzius (hinter dem Stuhl, mit verzerrtem Gesicht). Wirklich?
(Beide sehen ihn an voll Verwunderung.)
Desportes (hält sich die Brust). Ich kriege Stiche—Aye!-Mary
(steif den Blick auf Stolzius geheftet, ohne ein Wort zu sagen).
Desportes (wirft sich in einen Lehnstuhl).—Aye!—(mit Kontorsionen.)
Mary!-Stolzius (springt hinzu, faßt ihn an die Ohren, und heftet sein
Gesicht auf das seinige. Mit fürchterlicher Stimme). Marie!—Marie!
—Marie!
(Mary zieht den Degen, und will ihn durchbohren.)
Stolzius (kehrt sich kaltblütig um, und faßt ihm in den Degen).Geben Sie sich keine Mühe, es ist schon geschehen. Ich sterbe vergnügt, da ich den mitnehmen kann.
Mary (läßt ihm den Degen in der Hand, und läuft heraus). Hülfe!
—Hülfe!-Desportes. Ich bin vergiftet.
Stolzius. Ja, Verräter, das bist du—und ich bin Stolzius, dessen Braut du zur Hure machtest. Sie war meine Braut. Wenn ihr nicht leben könnt, ohne Frauenzimmer unglücklich zu machen, warum wendet ihr euch an die, die euch nicht widerstehen können, die euch aufs erst Wort glauben.—Du bist gerochen, meine Marie! Gott kann mich nicht verdammen.