Caspar schüttelte den Kopf. »Es ist unmöglich zu tun, was Sie von mir wollen,« sagte er.

»Unmöglich? warum?« Frau von Kannawurf richtete sich jäh auf.

»Weil ich dort nicht hingehöre,« sagte Caspar fest.

Das junge Weib sah ihn an. Ihr Gesicht hatte den Ausdruck eines aufmerksamen Kindes und wurde nach und nach so blaß wie der Himmel über ihnen. »Wollen Sie sich denn opfern?« fragte sie starr.

»Weil ich dorthin muß, wo ich hingehöre,« fuhr Caspar unbeirrt fort und blickte immer noch gegen die Stelle, wo die Sonne jetzt verschwunden war.

Ihn zu meinem Plan zu bekehren, ist vergeblich, dachte Frau von Kannawurf sogleich; großer Gott, wie wahr, wie einfach alles vor ihm liegt: ja – nein, schön – häßlich; er betrachtet die Dinge nur von oben. Und wie sein Gesicht grenzenlose Güte mit einer naiven und zärtlichen Traurigkeit vereint; man ist benommen und erstaunt, wenn man ihn anschaut.

»Was aber wollen Sie tun?« fragte sie zaudernd.

»Ich weiß es noch nicht,« entgegnete er wie im Traum und verfolgte mit den Augen eine Wolke, welche die Gestalt eines laufenden Hundes hatte.

Also was man mir berichtet hat, ist falsch; er fürchtet sich ja gar nicht, dachte das junge Weib. Sie erhob sich und ging ungestüm voraus, den Hügel hinunter an Schildknecht vorbei, der zu schlafen schien. Man muß ihn schützen, dachte sie weiter, er ist imstande und rennt in sein Verderben; was er tun wird, weiß er nicht, natürlich, er ist wahrscheinlich nicht fähig, einen Plan zu machen, aber er wird handeln, er trägt eine Tat mit sich herum und wird vor nichts mehr zurückschrecken; es ist nicht schwer, ihn zu erraten, obwohl er aussieht wie das Schweigen selbst.

Sie blieb stehen und wartete auf Caspar. »Ei, Sie können ordentlich laufen,« sagte er bewundernd, als er wieder an ihrer Seite war.